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- Neues aus der kuriosen Welt des Bankings

26. Juli 2011
Als Ökonom versucht man im Grunde andauernd, die aktuellen Entwicklungen in der Euro-Zone und im Banking zu verstehen.
Deshalb kommt heute eine neue Folge (2):
Es hat wiederum ein bisschen gedauert, aber jetzt kommen doch ernste Bedenken ...
... zum Euro-Rettungspaket!
Denn ein findiger Ökonom stört unsere Euro-Erfolgsstory mit seinen Einwänden (manche beschimpfen ihn jetzt einen Bedenkenträger):
Was ist, wenn ...
1. ... der Metzger seit Jahren solide wirtschaftet, deshalb überhaupt keine Schulden hat, der Bonität seiner Kunden im speziellen und der konjunkturellen Entwicklung im allgemeinen aber nicht mehr vertraut, und deshalb die 100 Euro erst einmal unters Kopfkissen steckt?
2. ... die MEGA Metzgereigenossenschaft schon immer die neue Wurstabfüllmaschine aus China haben wollte, jetzt endlich die notwendige Anzahlung beisammen hat, und sich weiter verschuldet, um dieses wunderschöne Gerät zu kaufen (was sich in der aktuellen wirtschaftlichen Lage oder in Anbetracht der kritischen Verbraucherhaltung gegenüber weiterem Fleischkonsum leider schon bald als Fehlinvestment entpuppen kann)?
3. ... der Mann aus der MEGA Metzgereigenossenschaft sein Glück gar nicht glauben kann und alle seine Freunde in der Kneipe auf eine Runde besten Barbaresco einlädt?
Ja, dann sieht unser deutscher Tourist sein Geld nicht wieder. Denn die italienischen Behörden zucken nur mit den Schultern, als er versucht (zunächst bei der Polizei und später bei der Justiz) zu seinem Recht zu kommen.
Unser deutscher Tourist hat seinen Urlaub im Übrigen auch auf Pump finanziert, da er ebenso über seine Verhältnisse lebt wie sein Staat. Nun braucht er noch einmal zusätzliche 100 Euro, die ihm die Bank zwar noch gibt, aber in Anbetracht seiner verschlechterten Bonität nur gegen erhöhte Zinsen (natürlich auf alle seine Schulden, die sich so in den letzten Jahrzehnten
angesammelt haben).
Jetzt drückt unseren deutschen Touristen die Zinslast doch ganz mächtig. Er muss den Gürtel enger schnallen. Ein Urlaub wird die nächsten Jahre nicht mehr drin sein. Aber solange sich der Metzgermeister in Rom besser fühlt, oder zumindest der Barbaresco gemundet hat, findet unser deutscher Tourist das ganz OK. Oder vielleicht doch nicht?
Wir werden die Geschichte jedenfalls weiterentwickeln. Und dann mal schaun‘, ob uns die Realität dabei nicht sogar einholt.
Herzliche Grüße aus der kuriosen Welt des Bankings
Ihr
Bernd Nolte
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14. Juni 2011
Als Ökonom versucht man im Grunde andauernd die aktuellen Entwicklungen in der Euro-Zone zu verstehen …
Es hat ein bisschen gedauert, doch jetzt hab ich’s verstanden:
Das Euro-Rettungspaket!
Es ist ein trüber Tag in Rom.
Es regnet und alle Straßen sind wie leergefegt.
Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben auf Pump.
An diesem Tag fährt ein reicher deutscher Tourist durch die italienische Hauptstadt und hält bei einem kleinen Hotel. Er sagt dem Eigentümer, dass er sich gerne die Zimmer anschauen möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung zu mieten und legt als Kaution einen 100 Euro Schein auf den Tresen. Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel und bittet ihn, sich gerne in Ruhe umzusehen.
In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe wieder herunter, nimmt seinen Geldschein und meint, dass ihm eigentlich keines der Zimmer gefällt und er doch lieber weiterreisen wird.
Wir halten kurz fest: Niemand produzierte etwas. Niemand verdiente etwas. Der Metzger, der Wirt und die Dirne denken über Preiserhöhungen nach, weil endlich wieder Geld in den Taschen haben.
Und – das Wichtigste: alle Beteiligten sind in kürzester Zeit ihre Schulden los und schauen wieder mit großem Optimismus in die Zukunft.
So, jetzt wissen Sie Bescheid. So einfach funktionieren das EU-Rettungspaket und die Wachstumsimpulse für Europa.
Herzliche Grüße aus Bernds kurioser Welt des Bankings
Ihr
Bernd Nolte